Einweihung der Liebenausporthalle am

20. und 21. Mai 2006

Bericht aus der Nürtinger Zeitung....

„Jeder Euro für den Sport ist gut angelegt“

Am Wochenende weihten die Neckartailfinger ihre Liebenausporthalle ein - Schulkinder und Vereine boten ein buntes Rahmenprogramm

NECKARTAILFINGEN. Frische Farben und ein modernes Design, nagelneue Geräte und eine helle, 27 mal 45 Meter große Spielfläche, die sich in drei Felder teilen lässt: Mit den Eigenschaften ihrer neuen Sporthalle sind die Bürger in Neckartailfingen höchst zufrieden. Am Wochenende wurde die Liebenausporthalle am Neckar­tailfinger Ortsrand mit einem Festakt und einem umfangreichen Rahmenprogramm eingeweiht.

CATHERINE SIMON

Mit dem Bau der neuen Halle ist für die Neckartailfinger ein Traum wahr gewor­den. Bürgermeister Jens Timm nannte die Einweihung einen zentralen Meilenstein für die weitere, in die Zukunft gerichtete Entwicklung der Gemeinde. Mit einer In­vestitionssumme von 3,6 Millionen Euro ist die Drei-Felder-Sporthalle eines der größ­ten Projekte der vergangenen Jahrzehnte. Mehrere hundert Gäste feierten am Sams­tag die Einweihung der lang ersehnten Haue und hatten dabei die Gelegenheit, den Neubau genauestens unter die Lupe zu nehmen.

„Die Finanzierung der neuen Halle war zwar nicht ganz einfach zu bewerkstelli­gen, doch jeder Euro, der in die Sportförde­rung geht, ist gut angelegt", betonte Bür­germeister Timm. Denn Sport gewinne „in unserer Gesellschaft immer mehr an Be­deutung". Sport helfe nicht nur dabei, den Alltag abzuschütteln oder sei ein Hobby, das einen ausfüllt. Heute sei es noch viel wichtiger, Kinder und Jugendliche mög­lichst früh für den Sport zu begeistern, denn ihnen fehle der Freiraum früherer Generationen, die noch ungefährdet drau­ßen herumtoben konnten. Außerdem ver­brächten sie häufig viele Stunden vor dem Fernseher oder dem Computer. Timm: Die Folgen sind nicht zu übersehen: Schon Grundschulkinder weisen Haltungsschwä­chen auf, etwa ein Drittel von ihnen ist übergewichtig, motorisch auffällig oder unkonzentriert."

Sport sei bestens dafür geeignet, hier Ab­hilfe zu schaffen, meinte der Bürgermeister, denn mit vielen Übungen würde nicht nur die Koordination geschult, sondern auch das räumliche Vorstellungsvermögen. Da­mit sich Sport-Asse der Zukunft entwi­ckeln könnten, müsse ihr Talent in jungen Jahren entdeckt und gefördert werden. Da­für brauche man Eltern, Lehrer und Trai­ner, die einen Blick für die Begabungen der Kinder hätten, genauso wie die entspre­chenden Anlagen, Gerätschaften und Plät­ze für das Training und die kontinuierliche sportliche Betätigung.

Eigentlich begann die Geschichte der Halle bereits im Jahr 1966 mit der Aufnah­me der Grundstücke in den Flächennut­zungsplan. Die heiße Phase wurdeim Feb­ruar 2003 eingeleitet, als der Gemeinderat den Beschluss fasste, eine dreiteilige Sport­halle zu bauen. Es folgten die Ausschrei­bung für den Architekten und eine lang­wierige Planungsphase. Nach dem ersten Spatenstich am 22. April 2005 ging dann aber alles ganz schnell: Nach nur zwölf Monaten Bauzeit konnte die neue Halle schließlich am Samstag den Neckartailfingern übergeben werden.

Architekt Peter Zoll wies auf die Vorzü­ge des neuen Gebäudes hin: Ein besonde­res Heizungs- und Belüftungskonzept. Die Fußbodenheizung und spezielles Glas, das viel Tageslicht in die Halle lässt, aber gleichzeitig dafür sorgt, dass die Sportler nicht geblendet werden, zeichnen die Liebenausporthalle aus. „Es sollte keine Halle der Luxusklasse werden", so der Archi­tekt. Und trotzdem ist sie für die Neckartailfinger ganz außergewöhnlich gewor­den. Zoll lobte das Engagement von Bür­germeister Timm, der bei jeder Planungs­sitzung dabei war, und die gute Zusam­menarbeit mit den Handwerkern vor Ort: „Die Mannschaft war hervorragend." Herausgekommen sei eine unschlagbar preis­werte Halle, die schön in die Landschaft eingebunden sei, und mit dem Energie­konzept habe man einen Schritt in die Zu­kunft getan. Auch Ingenieur Wolfgang Maier-Afheldt von der Firma Züblin fand lobende Worte: „Hier hat jeder seine Ver­antwortung angenommen und mehr als seine Pflicht getan."

Nach dem Segensspruch von Pfarrerin Ina Mohns und Grußworten von Udo Hage­le, dem Rektor der Liebenauschule, und dem Vorsitzenden des Turn- und Sportvereins, Martin Haug, unterhielten die Schüler der Liebenauschule, der Turn- und Sport­verein sowie der Reit- und Fahrverein das ganze Wochenende über das Publikum mit sportlichen Vorführungen. Jugendspielmannszug, der Spielmannszug der Freiwil­ligen Feuerwehr, den Chören des Sängerbundes, der Musikverein sowie die Neckar-Bätscher sorgten für den musikalischen Rahmen des Festaktes. Auf dem Schulhof der Liebenausporthalle fand ein Flohmarkt für die Kinder statt.

Die vierte Klasse der Liebenauschule sang zur Einweihung der neuen Halle nicht nur ein eigens gedichtetes Lied, sondern überreichte Bürgermeister Timm auch noch einen selbst gestalteten Werbeprospekt von Neckartailfingen. Damit aber war der Ge­schenke noch immer nicht genug. Auch von Architekt Peter Zoll gab es ein kleines Prä­sent: Eine Plakette der Halle mit der In­schrift „Für Menschen mit Ideen und Talenten, die sich und andere bewegen können, die gewinnen und verlieren können".

 

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Stabführer Hans-Peter Hecke eröffnete den Festakt (Bild: Otto Steckroth)

Bürgermeister Jens Timm bei seiner Ansprache (Bild: Otto Steckroth)

Der Chor der Liebenauschule unter der Leitung von Frau Geist (Bild: Otto Steckroth)

Symbolische Schlüsselübergabe durch Wolfgang Maier-Afheldt an Bürgermeister Jens Timm (Bild: Otto Steckroth)

Pfarrerin Ina Mohns beim Segensspruch. Im Hintergrund die Stammkapelle des Musikvereins mit dem Dirigenten Werner Zirbst und Bürgermeister Jens Timm (Bild: Otto Steckroth)

Rektor Udo Hägele (Bild: Otto Steckroth)

und der Vorsitzende des TSV Neckartailfingen, Martin Haug, überbrachten die Glückwünsche der Liebenauschule und der örtlichen Vereine (Bild: Otto Steckroth)

Auch der Sängerbund Neckartailfingen mit seinem Männerchor "Chor Vision" und Kinderchor unter der Leitung von Frau Wenzelburger und Joachim Schmidt, umrahmten die Einweihung (Bild: Otto Steckroth)

Architekt Peter Zoll bei seiner Ansprache (Bild: Thomas Damson)

Musikverein und Spielmannszug bildeten den gemeinsamen Abschluss des Festaktes (Bild: Otto Steckroth)

Gut besetzte Zuschauertribüne bei der Eröffnung der Liebenausporthalle (Bild: Thomas Damson)

Die Schüler der Liebenauschule in Aktion (Bild: Otto Steckroth)

GEDICHT ZUR EINWEIHUNG

VON EMIL NEUSCHELER, NECKARTAILFINGEN:

Vo dr Skizze bis zom Plana, a Projekt braucht eba Zeit, kam mer s'Bauwerk bloß erahna, doch jetzt endlich ist's soweit.

S'letzte Lückle haot mer g'schlossa, em kompakta Areal, alles passt wia zemagossa, mancha Sportart staoht zor Wahl.

Zweckbauhalle gut gelunga, Meilastoi für unsern Ort, weit und graouß und doch gedronga, Übungsstätte für da Sport.

Fensterfront nach Süda offa, fang da airsta Sonnastrahl, wird vom Abendrot no troffa, lichtdurchflutet ist der Saal.

Trainingszentrum ist vollständig,

Fussball, Tennis, Baggersee,

Tuma am Gerät macht g'lenkig,

und Gymnastik rondom schee.

 

Zukunftsweisend ist dui Richtung,

Ansporn für dui Jugend hait,

und vor allem glei Verplichteng,

ohne Fleiss brengt's nemer weit.

 

Schaou de Jengste send willkomma,

vo der Schul her send's bloß Schritt,

Geist und Körper unbenomma,

g'sonder Leib macht s'Denka fit.

Hoffentlich wird en der Halle,

 no entdeckt so manch's Talent,

oder dass em Mannschaftsfalle,

Oberligachanca send.

O'fall, O'glück mög de meida,

ist dr Wonsch für alle Zeit,

und em Wettkampf drenn koi Streita,

Frieda sei auf deiner Seit.